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Chronik der Schützenbruderschaft St. Georg Sichtigvor


  

Vorgeschichte

Bereits seit etwa 1810 hatten die Junggesellen des Dorfes Sichtigvor ein jährliches Vogelschießen mit zugehörigen Feierlichkeiten veranstaltet. 1832 wurde dies behördlicherseits auf ein Scheibenschießen beschränkt. Vor diesem Hintergrund planten die Junggesellen, ab 1833 das traditionelle Vogelschießen wieder zu beleben, und von den zuständigen Behörden im damaligen Königreich Preußen genehmigen zu lassen.

 

1833

Am 1. Mai 1833 wird die „Schützengesellschaft“ Sichtigvor von örtlichen Junggesellen gegründet. Ziele der Gesellschaft sind „Eintracht, Frohsinn und Freude.“ Am 2. Mai wird der neue Verein vom Amt Warstein genehmigt, am 20. Juni erteilt Landrat Thüsing aus Arnsberg die Zulassung.

 

1847

Das Schützenfest fällt aufgrund von Missernten entstandener Notlagen aus.

 

1873

Das älteste noch vorhandene Rechnungsbuch stammt aus dem Jahre 1873.

 

1883

Am 5. und 6. August wird das 50jährige Bestehen gefeiert.

 

1903

Die Generalversammlung beschließt die Einführung von einheitlichen Schützenmützen.

 

1906

Das bislang älteste bekannte Foto der Schützenbruderschaft stammt aus dem Jahre 1906. Es zeigt den Aufmarsch der Schützen vor dem Vogelschießen im Haselfeld.

 

1908

Das Schützenfest fällt wegen des Todes von Pfarrer Josef Platte aus.

 

1909

Die Generalversammlung beschließt den Kauf eines Festzeltes.

 

1911

Kauf des Grundstückes Haselfeld (heute Spielplatz) als Stangenplatz für 270 Mark, Kauf einer Vogelstange für 184,93 Mark.

 

1915 bis 1919

Während des Ersten Weltkrieges finden keine Schützenfeste statt.

 

1925

Am 25. Juli 1925 Weihe der St. Georgs-Fahne.

Umbenennung der Schützengesellschaft in „Schützenverein" zu Sichtigvor.

 

1926

Da die Angebote zum Festverding zu niedrig liegen, fällt das Schützenfest aus.

 

1927

Ein typischer Festzug aus den 20er Jahren - man beachte die hochgezogenen Schranken an den Bahngleisen.

 

1932

Wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage (Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit) wird kein Schützenfest gefeiert.

 

1933

Der Schützenverein feiert sein 100jähriges Bestehen, erstmals wird eine Festschrift herausgegeben. Im Festzug marschiert eine historische Gruppe mit, zwei Schützenbrüder reiten in der Tracht der Deutschen Ordensritter dem Festzug voraus. 

 

1934

Gleichschaltung im NS-Staat, Anschluss an den Kreisschützenbund Arnsberg und den Sauerländer Schützenbund.

 

1935

Überarbeitung der Satzung im Sinne des NS-Staates. Einsetzung eines Vereinsführers, das „Führerprinzip“ löst das demokratische Vereinsprinzip ab.

 

1939

An der Kreuzbergkapelle werden Marmortafeln zum Gedenken an die in den Kriegen 1866, 1870/71 und 1914/18 gefallenen Schützenbrüder angebracht.

 

1940 bis 1946

Der Zweite Weltkrieg und die Not der Nachkriegszeit verhindern die Veranstaltung von Schützenfesten.

 

1947

.

Erster Oberst der Nachkriegszeit ist Anton Cramer, hier beim Abholen auf dem Wallburgweg in der Uniform des Revierförsters.

Umbenennung des Schützenvereins in „Schützenbruderschaft St. Georg Sichtigvor“.

 

1949 

Auf den beiden ersten Schützenfesten nach dem Krieg (1947 und 1948) muss der Vogel nach Vorgabe der Besatzungsbehörden mit Keulen abgeworfen werden, 1949 ist der Abschuss nur mit der Armbrust erlaubt. Da dies jedoch erfolglos verläuft, kommt des Försters Drilling trotz des Verbotes zum Einsatz.

 

1956

Weihe der Kapellen-Fahne auf dem  Klosterhof.

 

1958

Die Bruderschaft wird 125 Jahre alt. Zur Feier am 27. und 28. Juli 1958 gibt Kaspar Süggeler einen Festgruß heraus.

 

1961

Die Schützenbruderschaft unterstützt den Bau des Hauses Teiplaß mit 15.000 DM, davon 244 Spenden zu je 50 DM, 865 DM an Kleinspenden und 1935 DM aus der Vereinskasse. 1961 wird die neue Halle eingeweiht.

 

1964

Verkauf des Platzes Haselfeld und Kauf des Grundstückes „Am Hochbehälter“ als neuem Vogelstangenplatz.

 

1972

Teilnahme am historischen Festzug zur 900-Jahr-Feier in Mülheim.

 

1974

Einweihung des Erweiterungsbaues am Haus Teiplaß.

 

1977

Bau der Schutzhütte am Vogelstangenplatz.

 

1979

Weihe der Madonnen-Fahne.
Umbau der nicht benötigten Jugendräume im Haus Teiplaß zu Küche und Speiseraum. Die Schützenbruderschaft erhält von der Stadt Warstein ein Nutzungsrecht der Halle bis 2014.

 

(wird fortgesetzt)